Allerlei-Blog

Virtualisierung unter Windows XP

Für die Einrichtung einer PC-Simulation gibt es verschiedene Gründe

  • Gefahrloses Ausprobieren neuer Software (die meisten PC-Simulationen besitzen die Möglichkeit, Änderungen auf der virtuellen Festplatte rückgängig zu machen)
  • Verschiedene Betriebssysteme gleichzeig auf einem “echten” Rechner ausführen
  • Unterschiedliche virtuelle PCs zu Testzwecken in ein Netzwerk integrieren
  • Verschiedene Servertypen realisieren (z.B. eine Firewall als ein virtuelles System, z.B. IPFire)
  • Eine einmal eingerichtete Umgebung auf verschiedenen PCs verwenden
  • ….

Es gibt verschiedene Software um solch eine PC-Simulation zu ermöglichen, ich habe bisher folgende Freeware verwendet:

  • VMWare : Freeware, hiervon gibt es auch einige kommerzielle Versionen
  • VirtualPC Freeware von Microsoft
  • VirtualBox von Sun : Opensource

Die Installation der Virtualisierungssoftware gestalltet sich in allen drei Fällen gleich und ist eigentlich selbsterklärend. Ebenso das Erstellen einer neuen virtuellen Umgebung in den jeweiligen Systemen.

Ich habe jetzt zwar keine Ausführlichen Performance-Tests durchgeführt, aber “gefühlt” schenken sich die drei Anwendungen in punkto Geschwindigkeit so gut wie nichts. Daher nur ein paar Bemerkungen zu den einzelnen Anwendungen. Das ganze habe ich unter WindowsXP als Hostsystem getestet. Als Gastsysteme kamen unter anderem WindwosXP, Windwos 2000 und OpenSuSE 11 zum Einsatz.

VMWare

  • Die Playerversion der VMWare hat keine Möglichkeit zum Erstellen einer neuen VM, dafür gibt es aber einige fertige VM-Images zum Download
  • Neben dem Player gibt es auch noch eine Server-Version, allerdings sind hier alle VM-Maschinen in einem Fenster untergebracht…
  • Für die Erstellung von Images gibt es aber auch entsprechende (Nicht-VMWare-)Freeware im Netz, z.B. den VMXWizard
  • VMWare bietet außerdem einen Konverter an, mit dem “echte” PCs in VMWare importiert werden können und mit demauch VirtualPC-Images in VMWare-Images umgewandelt werden können. Letzteres hat bei mir aber nicht zuverlässig funktioniert
  • Unterstützte Betriebssysteme (Auszug) : Windows von 0 – Vista, Dos, Linux (Allgemein und verschiedene Distributionen im speziellen)
  • USB-Devices: Unterstützt ein einfaches (im Sinne von nicht sehr kompfortables) Einbinden von USB-Devices. In einem meiner Tests wurde der verwendete USB-Stick beim Einbinden vom Host-System entfernt und nur noch im Gastsystem angezeigt, ein gleichzeitiger Zugriff war nicht möglich
  • Die Konfigurationsmöglichkeiten im VMWare-Player sind eher eingeschränkt, für den normalen Anwender mag das in den meisten Fällen außreichend sein.
  • Netzwerk: Neben den üblichen Möglichkeiten (NAT, kein Netzwerk, nur Lokales Netzwerk zum Host) gibt es hier u.U. die Möglichkeit, das Gast-System direkt auf die Leitung zu legen (d.h. Zugriff auf die Netzwerkkarte geben). Es können bis zu 4 verschiedene Netzwerkadapter in einer VM aktiviert werden
  • Datenaustausch: Hier gibt es (zumindest für Windows-Gastsysteme) VMWare-Tools, die einen Datenaustausch zwischen Gast und Host über einen gemeinsamen Ordner (“Shared Folder”) ermöglichen
  • Festplatten: Für die virtuellen Festplatten können dynamisch wachsende Dateien oder Dateien mit der endgültigen Größe der Festplatte angelegt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, direkt auf einer “echte” Partition zu arbeiten.

Virtual PC

  • USB-Devices: Unterstütz diese Software nicht explizit. Allerdings hatte ich das Verhalten, dass der Virtuelle PC beim Booten anscheinend doch auf USB-Datenträger zugreift (Meldung “NTLDR is missingt”, wenn ich einen USB-Stick eingesteckt hatte. Ein etwas seltsames Verhalten, denn sonst hatte ich keinen Zugriff auf den Stick. )
  • Netzwerk: Nach der Installation der VMWare-Software wird in den Eigenschaften einzelnen Netzwerkkarten in der Netzwerkumgebung ein “Virtual Machine Network Service” eingerichtet, mit dem der Zugriff der Virtuellen PCs auf die jeweiligen Netze geregelt werden kann. In den Settings für die jeweilige Netzwerkkarte ausgewählt werden. Auch hier können bis zu 4 Netzwerkkarten in einen virtuellen PC integriert werden
  • Datenaustausch:Auch hier gibt es die Möglichkeit, gemeinsame Ordner zu integrieren, vorher sollten die “Virtual Machine Addons” im Gastsystem installiert werden. Bei meinen Tests (Virtual PC 2007 mit Update 1, Version 6.0.192.0) hat das aber nur begrenzt funktioniert. Z.T. hatte ich das seltsame Verhalten, dass im Gastsystem nicht alle Dateien und Unterordner angezeigt wurden oder der (Gast-)Explorer beim Zugriff auf einen gemeinsamen Ordner abstürzte. Hier empfehle ich eher das einrichten eines Netzwerklaufwerkes im Gastsystem – die Verbindung über das Netzwerk klappt dann wesentlich besser.
  • Unterstützte Betriebssysteme: Windows von 0 – Vista und Dos. Es gibt zwar eine Einstellung für “andere” Betriebssysteme. Linux wird aber offiziell nicht unterstützt. Von Linux+VirtualPC kann ich auch nur abraten. Nach einer längeren Installation von SuSE 11 beispielsweise stürzte der virtuelle PC mit einer “An unrecoverableprocessor error has been encountered”-Meldung ab. Allerdings scheint es dafür auch eine Loesung zu geben. Bei einer anderen Linux-Installation auf dem VirtualPC konnte ich die Installation nach einiger Zeit nicht mehr starten, da der Kernel mit einer “Kernel-Panic” abstürzte.
  • SnapShots: Werden nicht direkt unterstützt. Man kann jedoch mit einer Option (“Undo Disks”) einstellen, dass man nach jedem Schliessen des Virtuellen PCs die Änderungen auf den vitruellen Festplatten bestätigen oder verwerfen kann.
  • Festplatten:Sowohl dynamische aus auch virtuelle Festplatten mit einer festen Größe sind möglich. Ein Zugriff auf “echte” Partitionen ist meines Wissens nicht möglich.

VirtualBox

Test läuft noch 🙂

  • Opensoure 🙂
  • Netzwerk:Auch hier kann man bis zu 4 Netzwerkkarten in die jeweilige VirtualBox integrieren. Zusätzlich kann man dort die MAC-Addresen für dieselben angeben. Für jede virtuelle Netzwerkkarte wird ein Host-Interface als Netzwerkverbindung (“VirtualBox TAP Adapter”) im Host-System angelegt. Zugriff auf das “echte” Netzwerk des Hostsystemes bekommen die VirtalBox-Adapter aber nur, wenn man eine Windows-Netzwork – Bridge einrichtet.
  • USB wird in den Einstellungen direkt unterstützt
  • Festplatten:Sowohl dynamische aus auch virtuelle Festplatten mit einer festen Größe sind möglich. Ein Zugriff auf “echte” Partitionen ist meines Wissens nicht möglich.
  • Es gibt die Möglichkeit den Zugriff auf “Serielle Schnittstellen” für die Gastsysteme zu ermöglichen
  • außerdem gibt es einen Punkt “Fernsteuerung” in den Eigenschaften….

Jedes dieser Systeme hat seine Vor- und Nachteile – momentan tendiere ich eher zu VirtualBox, aber vielleicht ändert sich das im Laufe des Tests ja auch noch…

Ein paar Links zur Virtualisierung

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2 Responses to “Virtualisierung unter Windows XP”

  1. Frage Says:

    Hallo Markus, schön dass du deine Erfahrungen mit uns teilst, so spart man sich eine ganze Menge Arbeit. 🙂

    Was mich interessieren würde: welche der Produkte untersützten das Laden eines physischen Systems in eine Virtuelle Maschine (also wie es auch bei Parallels Desktop bzw. Fusion möglich ist)?

    Ich möchte gerne mein echtes XP auch mal schnell unter 7 laden. – Kann sein, dass du mit “direkt auf einer “echte” Partition zu arbeiten” bzw. “mit dem “echte” PCs in VMWare importiert werden können” die Eigenschaft schon beschreibst, bin mir aber nicht sicher…

    Wenn VMware dies kann, wird dies dann auch vom Player unterstützt?

  2. admin Says:

    Hallo
    Mit dem Vmware-Converter kann man eine vorhandene Partition in eine virtuelle Festplatte umwandeln und diese dann in eine virtuelle Maschine integrieren.
    Als ich auf Windows 7 umgestiegen bin, habe ich die Partition meines Windows XP per VMware-Converter in eine virtuelle Festplatte umgewandelt und kann dieses jetzt unter Windows 7 als virtuelle Maschine starten.
    Allerdings ist das dann nicht mehr das ursprüngliche XP sondern ja eine Kopie der Partition in einer “Virtuellen-Festplatten”-Datei. Außerdem stellt der VMware-Player andere virtuelle Hardware zur Verfügung, als im Rechner verbaut ist – daher mussten beim ersten Start noch ein paar Treibern installiert und die virtuelle XP-Version dann auch wieder aktiviert werden.
    Seit dem läuft das XP bei mir als virtuelle Maschine stabil – ich verwende es z.B. für meinen Scanner, für den ich leider noch keine Windows 7 Treiber gefunden habe…

    Ich glaube, die (kostenpflichtige) Workstation-Version von VMWare kann auch direkt auf Partitionen arbeiten – aber das Problem, dass die vom Player virtualisierte Hardware nicht der “echten” Hardware entspricht und somit andere Treiber benötigt werden, hast du dann auf jeden Fall auch. Deshalb habe ich das in meinem Fall per Converter realisiert – dann musste ich mein “echtes” XP nicht ändern und kann das dann immer noch normal über einen Bootmanager oder das BIOS starten…

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